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Gesundheitsreform 2007-Informationsveranstaltung in der Stadthalle

Rege Diskussion mit Politikern und Kassenvertretern
Februar 2007
Nach viel Vorarbeit fand am 07.02.07 die lang angekündigte Informationsveranstaltung zur Gesundheitsreform statt.
Vor ca. 300 Gästen kam es zu dem erwarteten kontroversen Gespräch über vermeintliche Stärken und Schwächen des neuen Gesetzes.
Zur Einleitung stellt Kollege Kleinschmidt in einem Übersichtsreferat die Berliner Regelungswut ohne Verbesserung des Systems dar.
Daran schloß sich Kollege Marschal als Vorsitzender des Vereins mir einer sehr kritischen Rede über die Fehlentwicklung und die verpassten Möglichkeiten der großen Koalition an. Er wies dabei nachdrücklich auf die Bedrohung der niedergelassenen Fachärzte durch die Öffnung der Krankenhäuser zur unbegrenztenambulanten Leistungserbringung hin.
Frau Carola Reimann stellte dann die Neuerungen des Gesetzes und die positiven Effekte im Wettbewerb der Kassen dar. Sie gab eine gewisse Bedrohung der Fachärzte zu, verneinte aber, dass ihre Partei eine vermeintliche doppelte Facharztversorgung in diesem Lande bekämpfen wolle.
Kollege Faust stellt das zukünftige Honorarsystem für uns Fachärzte vor und prognostizierte ein Ende der Budgetschranke zu Gunsten eines Budgetsiebes.(Von den Anwesenden auch Ärzten haben wohl nur die wenigsten die versprochenen Hponorarzuwächse nachvollziehen können.)
Frau Gesine Meißner von der FDP rundete mit ihrem Referat die Politikerrunde ab.
Als Patientenvertreter bemängelte Herr Pfeiffer die mangelnde Transparenz der gesundheitspolitischen Entscheidungen und die Benachteiligung gerade der Diabetiker durch die Arbeit des GBA.
Die Versammlung an den Rande des Tumultes brachte schließlich Herr Sjuts von der Deutschen BKK, der zunächst den Versicherten vile unterschiedliche Wahltarife und damit eine schöne neue Welt vor Augen stellte um schließlich zu bemerken, dass es nach seinen Erkenntnissen wohl kaum noch einen Arzt-Patienten-Kontakt gäbe, bei dem nicht eine kostenpflichtige Zusatzleistung verkauft werden solle.
In der Diskussion legte Frau Reimann dann klar die Karten auf den Tisch. Wenn mehr Steuergelder in das Gesundheitssystem flössen, müsse sich auch der Staat mehr um die Beurteilung von Innovationen kümmern und sich über den GBA zukünftig einbringen können. Sie bestätigte somit indirekt den jetzt begonnenen Weg in eine zunehmende Staatsmedizin.
Zusammenfassend nach diesem Abend läßt sich feststellen, daß die niedergelassenen Fachärzte bereits ab dem 01.04.07 große Konkurrenz von Seiten der Krankenhäuser zu erwarten haben, gleichwohl sind die Krankenkassen keineswegs erfreut darüber, dass die Bezahlung der durch das Krankenhaus erbrachten Leistungen zusätzlich zur Gesamtvergütung zu zahlen seien werden.
Hier liegt die Chance der Fachärzteschaft, im Rahmen von IV-Versorgungen der Bedrohung der eigenen Existenz entgegen zu treten. Auch sollten Kooperationen mit kleineren Krankenhäüser angestrebt werden.
Ob das neue Honorarsystem mit Grundpauschalen und morbiditätsbezogenen Zulagen wirklich eine finanzielle Verbesserung darstellen wird bleibt abzuwwarten.

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