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Ambulantes Operieren

Treffen am 13.03.2006
März 2006
Ambulantes Operieren
Versammlung am 13.03.2006


Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

am 13.03.2006 haben wir uns inzwischen das vierte Mal getroffen, um eine gemeinsame Strategie hinsichtlich der ambulant zu erbringenden Operationen zu entwickeln. Es waren etwas mehr als 30 Kollegen anwesend, wobei die größeren Praxen zum Teil nur mit einem Kollegen vertreten waren.

Im Rahmen der Zusammenkunft wurde die einheitliche Auffassung vertreten, dass der Schiedsamtspruch einen Schlag in das Gesicht der ambulanten Operateure ist und dass es nicht hinzunehmen ist, dass die ambulanten Operationen von Fachärzten anderer Fakultäten „gesponsert“ werden sollen. Die hier wiederum gewollte Verschiebung von Honoraren in den einzelnen Töpfen ist nicht hinnehmbar.

Im Rahmen der Diskussion wurden erneut Stimmen laut, den Sicherstellungsauftrag zurückzugeben. Insbesondere wurde von den anwesenden Anästhesisten berichtet, dass im Rahmen eines demnächst erfolgenden Treffens der niedergelassenen Anästhesiologen über einen geschlossenen Austritt aus der KV abgestimmt werden soll.

Weiterhin wurde über eine selektive Rückgabe des Sicherstellungsauftrages für das ambulante Operieren diskutiert. Hierbei wurde die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob ein derartiger Sicherstellungsauftrag überhaupt existent ist.
Aus der Reihe der anwesenden Chirurgen kam ein von der großen Mehrheit begrüßter Vorschlag, durch die Berufsverbände überprüfen zu lassen, ob eine Rückgabe sowie komplette Ausgliederung der ambulanten Operationen aus der KV möglich ist.
Das Votum der Versammlung sollte an den ANC sowie den BDC herangetragen werden. Eine Kontaktaufnahme zum BDC sollte über Herrn Dr. Grabenhorst erfolgen, Dr. Thalacker wollte mit Herrn Dr. von Koschitzky Kontakt aufnehmen und anregen, dass durch die Berufsverbände jeder niedergelassene Chirurg zu der Bereitschaft einer Rückgabe des Sicherstellungsauftrages hinsichtlich der ambulanten Operationen befragt wird.
Nach einer entsprechenden Abstimmung soll durch die Berufsverbände ein entsprechender Antrag durch die in der Vertreterversammlung der KVN anwesenden chirurgischen Kollegen erfolgen.

Anlässlich eines Telefonates mit Herrn Dr. von Koschitzky am 14.03.2006 wurde mir eine Überprüfung der juristischen Grundlagen und - falls möglich - eine entsprechende Befragung der niedergelassenen Kollegen zugesagt.

Anlässlich dieses Telefonates wurde von Herrn Dr. von Koschitzky als aktuelles Ergebnis von zwischenzeitlich stattgehabten weiteren Schiedsamtverhandlungen berichtet, dass der VdAK Nachzahlungen in Millionenhöhe für die Jahre 2004, 2005 sowie auch entsprechende Zahlungen im Jahr 2006 aufgrund einer Grundlohnsummensteigerung sowie einer nun erstmaligen Erstattung der aus dem Facharzttopf bezahlten psychotherapeutischen Leistungen zugestanden hat. Hierdurch dürfte eine leichte Entschärfung der angespannten Situation eintreten, zumal aufgrund dieser Schiedsamtentscheidung auch Nachzahlungen weiterer Krankenkassen zu erwarten sind.

Am Ende des Treffens konnte dahingehend Konsens erzielt werden, dass die Problematik mit der völlig unzureichenden Vergütung der ambulanten Operationen weiterhin nach außen darzustellen ist. Es ist daher weiterhin erforderlich, die Patienten entsprechend aufzuklären und anschließend mit einer Kostenübernahmeerklärung weiterhin zu den Krankenkassen zu schicken. Anschließend soll den Patienten ein Operationstermin gemäß einer Warteliste vergeben werden.

Es bestand die einheitliche Meinung, an der bundesweiten Protestaktion am 24.03.2006 in Berlin teilzunehmen. Sämtliche Praxen sollen an diesem Tag geschlossen werden, es ist ein entsprechender Notdienst nach gegenseitiger Absprache bereitzustellen.

Hinsichtlich der bundesweit geplanten Praxisschließung in der letzten Woche im März fand sich keine Mehrheit der anwesenden Kollegen, zum Teil wurde eine mangelnde frühzeitige Information gerügt. Hier ist jedoch anzumerken, dass bereits langfristig im Internet diese Maßnahme angekündigt wurde.
Derzeit ist eine ständige Information im Internet dringend erforderlich, um ausreichend über die geplanten Maßnahmen informiert zu sein.

Ein Termin für ein weiteres Treffen wurde diesmal nicht vereinbart, da aktuell keine weiteren Entscheidungen anstehen, hier ist insbesondere die Reaktion der Politik nach der Protestkundgebung in Berlin am 24.03.2006 abzuwarten. Bis dahin sollten wir weiterhin wie bisher verfahren.

Nur gemeinsam können wir etwas bewegen!

Mit herzlichen Grüßen


Dr. Frank Thalacker

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